Coburg liest! 2011 - Von der Autorengala mit Juli Zeh bis zur Schopenhauer-Biografie


Eine Autorengala mit der Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh sowie eine Lesung mit Rüdiger Safranski, der seine eben erschienene Schopenhauer-Biografie vorstellen wird, gehörten zu den Höhepunkten der Coburger Literaturtage, die unter dem Namen „Coburg liest!“ vom 9. bis zum 15. April 2011 bereits zum achten Mal stattfanden. Weitere Programmpunkte waren ein Roman-Marathon mit den drei Autoren Thomas Hettche, Peter Wawerzinek und Thomas Lehr, eine von Schülern des Gymnasiums Ernestinum gestaltete „Junge Lesung“ mit Constanze Petery sowie erneut das Projekt „Literatur in den Häusern unserer Stadt“ des Landestheaters Coburg, das damit wiederum neben dem Coburger Literaturkreis, der Volkshochschule Coburg und der Buchhandlung Riemann zu den Veranstaltern der Literaturtage zählte.

Den Auftakt der Literaturtage 2011 machte am Samstag, den 9. April 2011 der inzwischen traditionelle Roman-Marathon in der Reithalle. Dort stellte zunächst Thomas Hettche seine Novelle „Die Liebe der Väter“ vor. Sie behandelt eine fragile Vater-Tochter-Beziehung und setzt sich auch mit dem Thema des Sorgerechts auseinander. Nach Thomas Hettche las Peter Wawerzinek aus seinem autobiographischen Roman „Rabenliebe“, mit dem er 2010 den Ingeborg-Bachmann-Preis errang. Peter Wawerzinek, als Heim- und Adoptivkind an der Ostseeküste aufgewachsen, versucht in „Rabenliebe“ eine Annäherung an die Mutter, die ihn bei ihrer Flucht in den Westen zurückgelassen hat. Als dritter Autor stellte Thomas Lehr sein Buch „September. Fata Morgana“ vor. Hauptperson ist ein deutscher Literaturwissenschaftler, der seine Frau und seine Tochter beim Einsturz des World Trade Centers verliert. Als Kontrastfigur fungiert ein Iraker, dessen Tochter drei Jahre später bei einem Attentat in Bagdad ums Leben kommt.

Von Anbeginn ein fester Programmpunkt von „Coburg liest!“ war eine von Schülerinnen und Schülern gestaltete Lesung. Diesmal übernahmen Schülerinnen und Schüler des Gymnasi-ums Ernestinum diesen Part und luden am Montag, den 11. April 2011 zu einer „Jungen Lesung“ mit Constanze Petery in Paddy’s Irish Pub ein. Die 18-jährige Constanze Petery, Gymnasiastin am Maximilianeum in München, schlüpft in ihrem Debütroman „Kraft und Herrlichkeit“ in die Rolle der 15-jährigen Anita, die ihren Platz in der Gesellschaft finden und geliebt werden will.

Am Mittwoch, den 13. April 2011 setzten sich die Coburger Literaturtage mit einem „Extra“ des Landestheaters fort, das 2011 bereits zum vierten Mal geboten wird: mit „Literatur in den Häusern unserer Stadt“. Coburger Bürger öffnen wieder ihre Wohnungen für Schauspieler aus dem Ensemble des Landestheaters Coburg, die nicht nur aus ihren Lieblingsbüchern lesen. Nach den Lesungen trafen sich Zuschauer, Gastgeber und Mitwirkende zu einem gemeinsamen Austausch über den Abend.

Am Donnerstag, den 14. April stellte Rüdiger Safranski seine soeben erschienene Biografie über Arthur Schopenhauer vor. Die FAZ schrieb darüber: „Safranski sagt auf 500 Seiten alles, was man heute über Schopenhauer wissen kann.“ Rüdiger Safranski lebt als freischaffender Autor in Badenweiler. Zusammen mit Peter Sloterdijk moderiert Safranski das „Philosophische Quartett“ im ZDF.

Den Abschluss der Coburger Literaturtage bildete am Freitag, den 15. April 2011 in der Alten Darre im Hofbrauhaus eine Autorengala mit Juli Zeh. Juli Zeh, geboren 1974 in Bonn, lebt als freie Schriftstellerin in Brandenburg. Sie studierte Jura in Leipzig, arbeitete gleichzeitig literarisch und legte 2003 ihr 2. juristisches Staatsexamen ab. Ihr letzter Roman heißt „Corpus Delicti“ und behandelt die Problematik einer Gesundheitsdiktatur in naher Zukunft am Beispiel einer Herrschaftsform, die einen Unfehlbarkeitsanspruch erhebt. Aus diesem Buch las Juli Zeh und sprach darüber mit den Moderatoren Georg Mellert und Bernd Buhl.

Programm

„Coburg liest!“ geht in die 14. Runde

Wiederum stehen renommierte Autorinnen und Autoren auf dem Programm. ...
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Eindrücke von den Literaturtagen 2015
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Fotos:© J. Grossmann