Coburg liest! 2009 – „Erzählungen aus den Kulturen der Welt“

Mit einem außerordentlich breit gefächerten Programm warteten auch 2009 die Coburger Literaturtage auf, die unter der Bezeichnung “Coburg liest!” vom 23. bis 30. April 2009 bereits zum sechsten Mal stattfanden. Sie boten „Erzählungen aus den Kulturen der Welt“, wie die Medien attestierten, und bewiesen erneut, dass „Coburg liest!“ aus dem Kulturleben Coburgs nicht mehr wegzudenken sind.

Der Vorhang öffnete sich am 23. April mit dem Projekt „Literatur in den Häusern unserer Stadt“ des Landestheaters Coburg, das erstmals Mitveranstalter der Literaturtage wurde. Zunächst waren am Morgen Ensemblemitglieder des Landestheaters Coburg mit Kinder- und Jugendliteratur in Schulen Coburgs zu Gast. Nach dieser „Literatur in den Schulen unserer Stadt“ fand am Abend „Literatur in den Häusern unserer Stadt“ statt: Private Gastgeber öffneten ihre Wohnungen und Häuser, und auch dort lasen Ensemblemitglieder des Landestheaters Coburg.

Es folgte am Freitag, den 24. April erstmals eine „Lange Nacht der kurzen Geschichten“. Den Auftakt machten im Andromedasaal der Ehrenburg Markus Orths und Sudabeh Mohafez. Markus Orths, einer der erfolgreichsten und fleißigsten jüngeren Autoren, eröffnete mit Geschichten aus seinem 2006 erschienenen Erzählband „Fluchtversuche“ die „lange Nacht“.
Die in Teheran geborene Sudabeh Mohafez stellte danach ihr Debüt „Wüstenhimmel, Sternenland“ vor, in dem sie vom Leben in zwei Kulturen, der iranischen und der deutschen, erzählt.

Nach einer Pause wurde die „lange Nacht“ im kleinen Saal des Gemeindezentrums St. Augustin mit Lutz Seiler und Eva Demski fortgesetzt. Lutz Seiler las aus seinem 2008 erschienenen Erzählband „Turksib“, in dem er eine winterliche Zugfahrt durch radioaktiv verseuchte kasachische Landschaften schildert.
Eva Demski, die als freie Journalistin und Schriftstellerin in Frankfurt am Main lebt, stellte danach ihre soeben erschienenen „Gartengeschichten“ vor.

Am Sonntag, den 26. April war „Coburg liest“ zum zweiten Mal „unterwegs“. In Bamberg bewegte man sich „Auf den Spuren von E.T.A. Hoffmann“, der dort von 1808 bis 1813 gelebt hat. Besucht wurde das E.T.A. Hoffmann-Haus, das ein interessantes, multimediales Literaturmuseum beherbergt, danach stand ein kleiner Hoffmann-Rundgang zu ausgewählten Orten auf dem Programm.

Am Montag, den 27. April stellte in der Rückertschule der 1973 in Bagdad geborene Abbas Khider seinen Roman-Erstling „Der falsche Inder“ vor, in dem er die Exotik des Orients mit den Lebenserfahrungen eines Flüchtlings verbindet. Gestaltet wurde die Lesung von Schülerinnen und Schülern der Klasse 9b der Rückert-Volksschule.

Im traditionellen Filmabend am Dienstag, den 28. April wurde im Utopolis „Die Entdeckung der Currywurst“ gezeigt, den die Regisseurin und Autorin Ulla Wagner 2007 nach Uwe Timms gleichnamiger Novelle aus dem Jahr 1993 drehte.

Ein besonderes Highlight folgte am Mittwoch, dem 29. April: Steffen Möller, laut „Spiegel“ „der Polen liebster Deutscher“, las im Kongresshaus aus seinem Bestseller „Viva Polonia – Ein deutscher Gastarbeiter in Polen“, in dem er von seinen Erfahrungen als Deutscher in Polen erzählt.

Abschluss und Höhepunkt der Coburger Literaturtage 2009 war am 30. April eine Autorengala mit Uwe Timm im Großen Saal des Gemeindezentrums St. Augustin. Uwe Timm, in Coburg seit seinem Roman „Der Mann auf dem Hochrad“ besonders geschätzt, stellte unter anderem sein jüngstes Werk „Halbschatten“ (2008) vor.

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Impression

Sehenswert sind die Bilder von den Veranstaltungen der Literaturtage 2009, die uns der Fotograf Albert Höchstädter zur Verfügung gestellt hat. mehr …

 

Programm

„Coburg liest!“ geht in die 14. Runde

Wiederum stehen renommierte Autorinnen und Autoren auf dem Programm. ...
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Eindrücke von den Literaturtagen 2015
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Fotos:© J. Grossmann